1. Experience: Erlebnisse sind gefragt!
Hospitality muss Erlebnisse bieten – das ist kein Trend, sondern gilt schon immer. Doch es gilt mehr denn je. Einer aktuellen Trendstudie des Reservierungsportals Open Table zufolge werden besondere Erlebnisse wie Pop-ups, kuratierte Menüs oder Themenabende deutlich häufiger gebucht als in den Vorjahren und viele Gäste wünschen sich für 2026 noch mehr davon. Ebenso wird seltener, aber gezielter und bewusster ausgegangen – Hospitality konkurriert noch stärker mit anderen Freizeitangeboten und muss daher seine Stärken ausspielen: Genuss (Food und Drinks, wie man sie nur hier bekommt), Gestaltung (ein besonderes Ambiente) und Gemeinschaft (man trifft und begegnet sich am „dritten Ort“).
Was können Betriebe also tun, um noch mehr Experience zu bieten? Es gibt viele Möglichkeiten! Zum Beispiel besondere Genuss-Erlebnisse (Tastings, ein besonderes Dinner, einen derzeit sehr angesagten „Boozy Brunch“ uvm.) verkaufen, die vorab gebucht werden können. Oder Signature-Dishes oder -Drinks direkt am Tisch zubereiten, finishen oder effektvoll präsentieren. Spannende Kooperationen und Pop-ups ausrichten. Oder wie wäre es mit kleinen Überraschungen für die Gäste als Zeichen der Wertschätzung – zum Beispiel deren Lieblingsdrink als Welcome-Getränk?
Der Mitbegründer des berühmten New Yorker Restaurants „Eleven Madison Park“ Will Guidara nennt es „Unreasonable Hospitality“, er hat unter diesem Titel ein ganzes Buch darüber geschrieben (und einige Tricks verrät er in diesem Video). Die wichtigste Botschaft: Erlebnisse, die über das Erwartbare hinausgehen, sind keine Frage des Geldes, sondern basieren auf Zuhören, Empathie oder auch ein bisschen Recherche über die Wünsche und Vorlieben der Gäste.
Wie man so ein Extra-Erlebnis und damit das i-Tüpfelchen kreiert, verrät Event-Expertin Jen Florin in ihrer SIP Masterclass.
2. Entertainment: Mehr Spaß und Unterhaltung, bitte!
Gäste zurück in die Hospitality. Ob Pub-Quizzes rund um Musik, Trash-TV oder Allgemeinwissen etc., ob Kneipensport vom klassischen Kicker über Darts bis zum Shuffleboard, ob analoge Gesellschaftsspiele, Buchclubs, gemeinsames Vinyl-Hören oder digitale Games – Anlässe und Formate, die die Menschen raus aus Single-Wohnungen und Social-Media-Scrolling ziehen, um sich IRL („in real life“) zu treffen, kennen zu lernen und Hobbys zu teilen, sind einfach perfekt, um Kapazitäten besser auszulasten und Stimmung in die Bude zu bringen.
Beispiele: Im neuen Berliner Electric Social können die Gäste (viele Gruppen) u.a. „Giant Pac Man“ auf einer fünf Meter großen Leinwand zocken, ganz analog Fußball-Billard spielen, zudem gibt es Beerpong, Quiz, Karaoke und zig Retro-Arcade-Games ebenso wie Comfort Food, Cocktails und Longdrinks vom Lillet Wild Berry bis zur Kentucky Lemonade mit Four Roses. In Troisdorf ist mit dem Happy Franky aus einem ehemaligen Einkaufszentrum eine ganze Erlebniswelt inklusive Gastronomie geworden. In London zeigen Konzepte wie das Draughts (Boardgame-Café) oder der Flight Club (Darts), wie sich Unterhaltung und Gastronomie auf hohem Niveau kombinieren lassen. Und beim monatlichen Play Date Berlin in der Markthalle Neun werden Brettspiele ausgepackt und sogar Tischtennisplatten aufgestellt.
Der Trend lässt sich auch im Kleinen umsetzen, praktisch in jeder Bar, jedem Café und jedem Restaurant.
Pernod Ricard Deutschlands Senior Insights & Intelligence Managerin Tanja Urbanowicz wies die Bar-Branche auf dieses große Potential in ihrem Impulsvortrag beim Bar Symposium Cologne 2025 hin: Mit unterhaltsamen Programm-Angeboten zieht man Gäste zu sich – nicht zuletzt die junge Gen Z.
3. Equal Drinking – mit und ohne stehen gleichberechtigt nebeneinander
2026 ist das Jahr, in dem alkoholfreie Drinks endgültig genauso geschmack- und wertvoll sind wie klassische Drinks mit Spirituosen. Denn zum einen gibt es immer mehr Angebot und Vielfalt im alkoholfreien Bereich. Gleichzeitig finden immer mehr Gäste Geschmack an alkoholfreien Alternativen. Für moderne Getränkekarten bedeutet das: equal drinking sollte klar kommuniziert werden, die Kategorie „Autofahrer-Cocktails“ ganz hinten in der Karte hat ausgedient.
Wie man es besser macht, zeigen diese drei Beispiele: Im neuen Berliner Restaurant Bundesbüdchen gibt es jeden Cocktail gleich zweimal, einmal mit und einmal ohne Alkohol, vom Negroni/Nogroni bis zum „The Gardener“, der einmal mit Pisco und einmal mit einer alkoholfreien Alternative aus fermentierten Trauben gemixt wird. In der ebenfalls neuen Bar Schwips bauen sich die Gäste auf Basis eines alkoholfreien Grundgetränks – hergestellt aus Zero-Waste-Zutaten – ihren Cocktail oder Mocktail selbst zusammen, oder sie lassen ihn mit Schaumwein zum Kir auffüllen – mit oder ohne Prozente. Ein gutes Vorbild für eine gleichberechtigte Kartengestaltung liefert auch die Hamburger Collab Cocktail Bar von Chloé Merz – die Drinks sind bunt gemischt von null Alkohol bis „bizzeli viel“.
Sehr gut lässt sich „equal drinking“ mit Aperitifs abbilden, zum Beispiel mit Ramazzotti – denn neben dem Klassiker und weiteren Sorten wie Ramazzotti Rosato oder Ramazzotti Fresco gibt es auch den alkoholfreien Ramazzotti Aperitivo Arancia 0.0% mit intensiven Noten fruchtiger Orangen und aromatischer Bergamotte.