5 Hospitality-Trends 2026

22 Dezember 2025

Was macht Hospitality im Jahr 2026 attraktiv? Mit welchen Themen, Trends und Tools können Gastgeberinnen und Gastgeber punkten – und ihre Gäste glücklich machen? Hier sind unsere 5 E’s für eine erfolgreiche Branche.
1. Experience: Erlebnisse sind gefragt! 

 

Hospitality muss Erlebnisse bieten – das ist kein Trend, sondern gilt schon immer. Doch es gilt mehr denn je. Einer aktuellen Trendstudie des Reservierungsportals Open Table zufolge werden besondere Erlebnisse wie Pop-ups, kuratierte Menüs oder Themenabende deutlich häufiger gebucht als in den Vorjahren und viele Gäste wünschen sich für 2026 noch mehr davon. Ebenso wird seltener, aber gezielter und bewusster ausgegangen – Hospitality konkurriert noch stärker mit anderen Freizeitangeboten und muss daher seine Stärken ausspielen: Genuss (Food und Drinks, wie man sie nur hier bekommt), Gestaltung (ein besonderes Ambiente) und Gemeinschaft (man trifft und begegnet sich am „dritten Ort“).

 

Was können Betriebe also tun, um noch mehr Experience zu bieten? Es gibt viele Möglichkeiten! Zum Beispiel besondere Genuss-Erlebnisse (Tastings, ein besonderes Dinner, einen derzeit sehr angesagten „Boozy Brunch“ uvm.) verkaufen, die vorab gebucht werden können. Oder Signature-Dishes oder -Drinks direkt am Tisch zubereiten, finishen oder effektvoll präsentieren. Spannende Kooperationen und Pop-ups ausrichten. Oder wie wäre es mit kleinen Überraschungen für die Gäste als Zeichen der Wertschätzung – zum Beispiel deren Lieblingsdrink als Welcome-Getränk?

 

Der Mitbegründer des berühmten New Yorker Restaurants „Eleven Madison Park“ Will Guidara nennt es „Unreasonable Hospitality“, er hat unter diesem Titel ein ganzes Buch darüber geschrieben (und einige Tricks verrät er in diesem Video). Die wichtigste Botschaft: Erlebnisse, die über das Erwartbare hinausgehen, sind keine Frage des Geldes, sondern basieren auf Zuhören, Empathie oder auch ein bisschen Recherche über die Wünsche und Vorlieben der Gäste.

 

Wie man so ein Extra-Erlebnis und damit das i-Tüpfelchen kreiert, verrät Event-Expertin Jen Florin in ihrer SIP Masterclass

 

2. Entertainment: Mehr Spaß und Unterhaltung, bitte! 

 

Gäste zurück in die Hospitality. Ob Pub-Quizzes rund um Musik, Trash-TV oder Allgemeinwissen etc., ob Kneipensport vom klassischen Kicker über Darts bis zum Shuffleboard, ob analoge Gesellschaftsspiele, Buchclubs, gemeinsames Vinyl-Hören oder digitale Games – Anlässe und Formate, die die Menschen raus aus Single-Wohnungen und Social-Media-Scrolling ziehen, um sich IRL („in real life“) zu treffen, kennen zu lernen und Hobbys zu teilen, sind einfach perfekt, um Kapazitäten besser auszulasten und Stimmung in die Bude zu bringen.

 

Beispiele: Im neuen Berliner Electric Social können die Gäste (viele Gruppen) u.a. „Giant Pac Man“ auf einer fünf Meter großen Leinwand zocken, ganz analog Fußball-Billard spielen, zudem gibt es Beerpong, Quiz, Karaoke und zig Retro-Arcade-Games ebenso wie Comfort Food, Cocktails und Longdrinks vom Lillet Wild Berry bis zur Kentucky Lemonade mit Four Roses. In Troisdorf ist mit dem Happy Franky aus einem ehemaligen Einkaufszentrum eine ganze Erlebniswelt inklusive Gastronomie geworden. In London zeigen Konzepte wie das Draughts (Boardgame-Café) oder der Flight Club (Darts), wie sich Unterhaltung und Gastronomie auf hohem Niveau kombinieren lassen. Und beim monatlichen Play Date Berlin in der Markthalle Neun werden Brettspiele ausgepackt und sogar Tischtennisplatten aufgestellt.

 

Der Trend lässt sich auch im Kleinen umsetzen, praktisch in jeder Bar, jedem Café und jedem Restaurant.

 

Pernod Ricard Deutschlands Senior Insights & Intelligence Managerin Tanja Urbanowicz wies die Bar-Branche auf dieses große Potential in ihrem Impulsvortrag beim Bar Symposium Cologne 2025 hin: Mit unterhaltsamen Programm-Angeboten zieht man Gäste zu sich – nicht zuletzt die junge Gen Z. 

 

3. Equal Drinking – mit und ohne stehen gleichberechtigt nebeneinander

 

2026 ist das Jahr, in dem alkoholfreie Drinks endgültig genauso geschmack- und wertvoll sind wie klassische Drinks mit Spirituosen. Denn zum einen gibt es immer mehr Angebot und Vielfalt im alkoholfreien Bereich. Gleichzeitig finden immer mehr Gäste Geschmack an alkoholfreien Alternativen. Für moderne Getränkekarten bedeutet das: equal drinking sollte klar kommuniziert werden, die Kategorie „Autofahrer-Cocktails“ ganz hinten in der Karte hat ausgedient.

 

Wie man es besser macht, zeigen diese drei Beispiele: Im neuen Berliner Restaurant Bundesbüdchen gibt es jeden Cocktail gleich zweimal, einmal mit und einmal ohne Alkohol, vom Negroni/Nogroni bis zum „The Gardener“, der einmal mit Pisco und einmal mit einer alkoholfreien Alternative aus fermentierten Trauben gemixt wird. In der ebenfalls neuen Bar Schwips bauen sich die Gäste auf Basis eines alkoholfreien Grundgetränks – hergestellt aus Zero-Waste-Zutaten – ihren Cocktail oder Mocktail selbst zusammen, oder sie lassen ihn mit Schaumwein zum Kir auffüllen – mit oder ohne Prozente. Ein gutes Vorbild für eine gleichberechtigte Kartengestaltung liefert auch die Hamburger Collab Cocktail Bar von Chloé Merz – die Drinks sind bunt gemischt von null Alkohol bis „bizzeli viel“.

 

Sehr gut lässt sich „equal drinking“ mit Aperitifs abbilden, zum Beispiel mit Ramazzotti – denn neben dem Klassiker und weiteren Sorten wie Ramazzotti Rosato oder Ramazzotti Fresco gibt es auch den alkoholfreien Ramazzotti Aperitivo Arancia 0.0% mit intensiven Noten fruchtiger Orangen und aromatischer Bergamotte. 

4. Everyday Hospitality: Alltags-Gastronomie hat Potential  

 

Trend und Gegentrend: Auf der einen Seite gibt es ein großes Bedürfnis nach Erlebnis und Entertainment, auf der anderen Seite schlummert einiges an Potential im Alltäglichen. Wo kann man z.B. mittags gut und günstig essen gehen? Wie integriere ich gute Ernährung auch beim Verzehr außer Haus in meinen Alltag? Diesen Teilbereich schnappt sich gerade der Handel weg – Restaurants in Einkaufsmärkten weisen nämlich steigende Umsatzzahlen auf und stehen damit konträr zur Gesamt-Branchenentwicklung. So erzielte die Handelsgastronomie laut einer aktuellen Befragung des EHI Retail Institute 2024 in Deutschland einen Umsatz von über 12 Mrd. Euro, ein Plus von über 6 Prozent, während die restliche Gastronomie leicht rückläufige Umsätze hat.

 

Das heißt: Mit Lunch, Frühstück oder Snacks zwischendurch kann die Hospitality, besonders wenn die Betriebe frequenz- und verkehrsgünstig liegen, durchaus Geld verdienen – wenn sie attraktive Angebote hat. Die hat zum Beispiel das neue Berliner Publix mit seiner allen Menschen offen stehenden Kantine, das Hamburger Table Dot (über das wir schon in den Trends 2025 schrieben) hat soeben eine zweite Location eröffnet, ein Pop-up in Kooperation mit einem Leuchtenhersteller. Mitte dieses Jahres eröffnet die Compass Group, eines der größten Catering-Unternehmen der Welt, in Frankfurt den District Marquet. Geplant ist ein Mix aus szeniger Foodhall mit – siehe Trend 2 – Events am Abend und einer Tagesversorgung für über 4.000 Personen im direkten Umfeld. Auch die Länder und Kommunen haben die enorme Bedeutung dieses Bereichs erkannt: Mit Projekten wie Kantine Zukunft (Berlin), Haus der Kost (München), Stadt Land Küche (Sachsen), Biostadt (Bremen) und vielen mehr werden private wie öffentliche Gastronomiebetriebe gefördert, die für gutes Essen außer Haus im Alltag sorgen.

 

Tipp: Warum nicht die Trends Everyday und Experience miteinander verbinden? Von der attraktiven Speisenpräsentation auch bei einfachen Gerichten bis zum Aperitivo am Nachmittag bzw. frühen Abend und Drinks „mit“ und „ohne“ lassen sie sich wunderbar kombinieren.

 

5. Echt deutsch (mit Augenzwinkern)

 

Deutschland gilt aus internationaler Perspektive weder als Land großen Humors noch großer Kulinarik. Mit diesem Klischee lässt sich wunderbar spielen. Grünen Wackelpudding, den trashigen Toast Hawaii und sogar den Mettigel, das Haustier des deutschen Partykellers, hat das Luna D’Oro im Berliner „Clärchens Ballhaus“ auf die Karte gebracht, dazu Spaghetti-Eis und frittierte Spreewaldgurken. Effekt: Das Restaurant ist ständig komplett reserviert, denn das Augenzwinkern und die Ironie werden mit Qualität gepaart – so ist der Mettigel hier ein Tartarigel und für die Götterspeise sammelt das Team selbst Waldmeister, statt zur Tüte zu greifen.

 

Wenn Gäste wieder mehr Erlebnisse und Fun wünschen, warum dann nicht aus dem Vollen schöpfen und (alt)deutsche Küche sowie Partyklassiker zurück auf die Karten bringen? Kochbücher aus den 1960er- bis 1980er-Jahren, wie man sie auf Trödelmärkten oder im Antiquariat findet, liefern hierzu jede Menge Inspiration. Oder man macht es zum Konzept wie es das neue Kölner Restaurant Omagerichte: Jedes Gericht, von Königsberger Klopsen bis Kassler mit Sauerkraut, ist ein Originalrezept von älteren Frauen, die hier mitwirken – jeweils inklusive moderner Veggie-Variante.  

 

Zum German (fun) food passen korrespondierende Drinks – etwa, indem internationale Klassiker mit heimischen Zutaten oder Erzeugnissen gemixt werden. Das Repertoire reicht vom „German Spritz“ mit Rhabarber, Holunder oder Waldmeister über Kultdrinks wie dem Mexikaner bis zu in Deutschland erfundenen Drinks wie Le Gurk oder dem weltbekannten Gin Basil Smash.  

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